Tönnies: "Bürokratie abbauen"

Über die Globalisierung sprachen (v.l.) Dr. Michael Brinkmeier MdL, Hubert Deittert MdB, Unternehmer Clemens Tönnies, Ursula Doppmeier MdL und der CDU-Kreisvorsitzende Ludger Kaup
Über die Globalisierung sprachen (v.l.) Dr. Michael Brinkmeier MdL, Hubert Deittert MdB, Unternehmer Clemens Tönnies, Ursula Doppmeier MdL und der CDU-Kreisvorsitzende Ludger Kaup
Clemens Tönnies hat im CDU-Kreisvorstand über die Auswirkungen der Globalisierung referiert. Ein Thema, bei dem der Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück weiß, wovon er spricht: Auf die Unternehmensgruppe TönniesFleisch entfallen 40 Prozent aller deutschen Exporte von Schweinefleisch. Tönnies machte vor den CDU-Politikern von vornherein klar, dass er es für falsch hält, dass der Ausdruck Globalisierung zum Schimpfwort geworden ist. Man müsse vielmehr die Chancen des internationalen Austauschs von Gütern und Dienstleistungen sehen.

"Die Globalisierung vermehrt unseren Wohlstand", so Tönnies. "Rund 40 Prozent des deutschen Bruttoinlandproduktes erwirtschaften wir im Export. Das heißt, dass wir 40 Prozent unseres Wohlstandes dem internationalen Warenaustausch zu verdanken haben. Und es ist nicht so, dass nur die großen Konzerne davon profitieren. Die meisten kleinen und mittleren Unternehmen haben direkt oder indirekt ebenfalls Anteil daran."

Auch das Unternehmen Tönnies ist ein klarer Gewinner der Globalisierung: TönniesFleisch hat einen Exportanteil von 35 Prozent. 60 Prozent davon gehen in EU-Länder und 40 Prozent in den Rest der Welt. Der Erfolg von TönniesFleisch beruht auf einer hoch technisierten Produktionsstruktur, die die optimale Vermarktung des Produktes Schweinefleisch erlaubt. Während sich das Inlandsgeschäft auf Veredelung spezialisiert, werden verschiedene Schweinefleischprodukte auf anderen Märkten angeboten. So geht der Speck zu einem großen Teil nach Russland, während in Asien Schweinepfoten als Delikatesse gelten. "Hightech-Produktion und -Vermarktung heißt in diesem Fall auch, unsere Produkte in anderen Ländern frischer anbieten zu können, als das die landeseigene Produktion vor Ort kann", erklärt Tönnies.

Genau darin sieht der Unternehmer die Erfolgschance für die deutsche Wirtschaft: "Wir müssen uns auf Hochtechnologie und den Dienstleistungssektor spezialisieren", so Tönnies. "Die Gesellschaft muss in höherem Maße bereit sein, Dienstleistungen anzunehmen und dafür zu bezahlen. Und für den Wettbewerbsvorteil durch Hochtechnologie ist die Bildung von entscheidender Bedeutung." Hier geht das Unternehmen mit gutem Beispiel voran. Es hat Nachhilfe für Auszubildende eingerichtet und bietet den beiden besten Auszubildenden eines jeden Jahrgangs ein Stipendium für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre oder der Lebensmitteltechnologie. "Das dient natürlich auch der richtigen Motivation unserer Auszubildenden", sagt Tönnies und richtet einen Appell an die Politik: "Für den Erfolg ist es ebenso notwendig, dass unsere Industrie nicht völlig mit Bürokratie überfrachtet in den Wettbewerb auf dem Weltmarkt geht. Man muss den Unternehmer unternehmen lassen und ein bisschen die Unternehmerleistung für den allgemeinen Wohlstand achten."

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