CDU-Klausur: Abfallwirtschaft auf gutem Weg

Die CDU-Kreistagsfraktion mit ihren Gästen bei ihrer Klausurtagung in Oelde-Lette.
Die CDU-Kreistagsfraktion mit ihren Gästen bei ihrer Klausurtagung in Oelde-Lette.
In der Klausurtagung der CDU-Kreistagsfraktion Gütersloh stand neben den Beratungen des Kreishaushalts das Thema Abfallwirtschaft im Mittelpunkt. Dazu waren der Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt des Kreises, Reinhold Sudbrock, und die Geschäftsführer der Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh (GEG) und der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG), Rüdiger Klei und Thomas Grundmann, in die Fraktion gekommen. Im Zuge der Kooperation der Kreise Gütersloh und Warendorf wird in den Anlagen der AWG in Ennigerloh auch der Abfall aus dem Kreis Gütersloh weiterverarbeitet.

Klei berichtete über die Fortschritte der Rekultivierung der Deponien sowie über die Recyclinghöfe im Kreis Gütersloh. So ist bei der Deponie Rietberg-Westerwiehe I, auf der zwischen 1974 und 1983 840.000 Kubikmeter Haus- und Gewerbeabfälle abgelagert wurden, im August 2006 mit der endgültigen Abdichtung begonnen worden. Die Baumaßnahmen, durch die eine Fläche von über 63.000 Quadratmetern abgedichtet wird, werden im Sommer 2007 abgeschlossen sein.

Neben der Sammlung und dem Transport von Abfällen, der Schadstoffsammlung und der Verwertung von Altpapier gehört auch die Umsetzung des neuen Elektrogesetzes zu den Dienstleistungen der GEG. Das neue Gesetz gibt die Verantwortung für die Entsorgung und Verwertung von Elektro- und Elektronikgeräten weitgehend an die Hersteller zurück. Aufgabe der GEG ist es, für Elektroschrott wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Computerbildschirme entsprechende Entsorgungspunkte vorzuhalten.


Grundmann erläuterte die Entwicklung bei der Herstellung von Ersatzbrennstoffen, die in Ennigerloh in drei Güteklassen hergestellt werden. Jüngster Erfolg: Der hochwertigste Brennstoff, der lediglich ein Schadstoffniveau wie Braun- und Steinkohle hat, hat das RAL-Gütezeichen des Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung erhalten. Der Nachteil: Für diesen Qualitätsbrennstoff, der zur Feuerung in Kohlekraftwerken und Zementwerken eingesetzt wird, gibt es derzeit keinen Markt. Die Abfallwirtschaftsgesellschaften erwirtschaften durch die Veräußerung kein Einkommen, sondern müssen für die Entsorgung bezahlen. Dabei schlägt die Tonne mit Kosten ab 30 Euro zu Buche.

Sudbrock sieht es jedoch als Erfolg an, dass sich inzwischen herausgestellt hat, dass die Verwertung von Ersatzbrennstoffen ökologisch sinnvoll ist. Als vor zehn Jahren die Kooperation im Abfallbereich zwischen den Kreisen Gütersloh und Warendorf begann, sei das nicht klar gewesen. Inzwischen ist der ökologische Nutzen, auch durch die Verleihung des RAL-Gütezeichens, eindeutig bestätigt. Langfristig hofft Sudbrock, dass sich für Ersatzbrennstoffe ein Markt entwickelt. Das könnte durch die Errichtung von Monokraftwerken geschehen, in denen ausschließlich mit diesen Stoffen Energie erzeugt wird. Denn der Mehrwert dieser Brennstoffe, so der Fachbereichsleiter, müsse den Bürgern zugute kommen.

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