Kreistag entscheidet sich für Optionsantrag

Betreuung von Langzeitarbeitslosen soll Kreis selbst übernehmen

Warb im Kreistag erfolgreich für die Zustimmung zum Optionsantrag: CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Heinrich Josef Sökeland.
Warb im Kreistag erfolgreich für die Zustimmung zum Optionsantrag: CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Heinrich Josef Sökeland.
Am Montag ist im Kreistag die Entscheidung gefallen, dass der Kreis Gütersloh die Betreuung langzeitarbeitsloser Menschen selbst und nicht mehr gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit wahrnehmen will. 43 Kreistagsmitglieder von CDU, FDP, Grünen und dem größten Teil der UWG stimmten für den entsprechenden Optionsantrag. Es gab 18 Gegenstimmen von SPD und Linken sowie eine von der UWG.

Dr. Heinrich Josef Sökeland, CDU-Fraktionschef, sprach von einer der größten Entscheidungen der letzten zehn Jahre. „Es geht bei dieser Entscheidung um 25.000 Menschen im Kreis Gütersloh, um ein Finanzvolumen von 80 Millionen Euro jährlich und um 200 Planstellen“, so Sökeland. Zwar seien auch zusammen mit der Bundesagentur in einer gemeinsamen Einrichtung gute Ergebnisse zu erzielen, die CDU suche aber die bestmögliche Betreuungsmöglichkeit. Diese ist nach Meinung der CDU-Fraktion die alleinige Betreuung durch den Kreis.
 
Sökeland hob in seiner Rede noch einmal die wesentlichen Vorteile des Optionsmodells hervor: „Wir haben im Kreis Gütersloh die besten wirtschaftlichen Voraussetzungen, um Gestaltungsspielräume wahrzunehmen. Mit der Option bekommen wir einen einheitlichen Personalkörper mit klarer Struktur und ohne Reibungsverluste, wie sie bei zwei völlig unterschiedlichen Trägern entstehen. Darüber hinaus gibt uns die Option die Möglichkeit, Sozialpolitik aus einem Guss zu machen.“
 
An die Adresse der SPD gerichtet fragte Sökeland, warum sich eine so traditionsreiche sozialdemokratische Partei die Chance entgehen ließe, Sozialpolitik vor Ort selbst zu gestalten und wie sie das ihren Wählern erklären wolle. Sökeland machte kein Hehl daraus, dass es auch in seiner Fraktion Bedenken hinsichtlich des politischen und finanziellen Risikos gegeben habe. Diese seien auch sehr ernst genommen worden, schließlich sei die Fraktion aber übereingekommen, den eingeschlagenen Kurs gemeinsam zu tragen.
 
Zuvor hatte auch Landrat Sven-Georg Adenauer für das Optionsmodell plädiert. Nun muss die Verwaltung bis zum Jahresende einen qualifizierten Antrag stellen, um ab dem Jahr 2012 die Langzeitarbeitslosen in eigener Regie betreuen zu können.

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