CDU diskutiert über Zulassung der Präimplantationsdiagnostik

Dr. Martin Waibel, Ralph Brinkhaus, Dr. Günter Krings und Raphael Tigges
Dr. Martin Waibel, Ralph Brinkhaus, Dr. Günter Krings und Raphael Tigges
Seit der Bundesgerichtshof im Juli 2010 die Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Entdeckung schwerer genetischer Schäden bei künstlicher Befruchtung in Fällen schwerer Erbkrankheiten für nicht strafbar erklärt hat, wird über allen Parteigrenzen hinweg intensiv über eine gesetzliche Regelung diskutiert. Der CDU-Kreisvorsitzende und direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus hatte das Thema aufgegriffen und zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in das Café an der Schloßmühle in Rheda eingeladen.

Vor den zahlreichen Teilnehmern stellten die Podiumsteilnehmer Dr. Günter Krings MdB, stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Martin Waibel, Gynäkologe aus Rheda-Wiedenbrück und Raphael Tigges vom CDU-Kreisvorstand ihre Positionen dar.
 

Dr. Krings
Dr. Günter Krings MdB bei seinem engagierten Vortrag im Café an der Schloßmühle in Rheda

Dr. Krings plädierte leidenschaftlich für ein Verbot der PID und zeigte Szenarien auf, was in Extremfällen bei einer Zulassung passieren könne – bis zur Aussortierung nicht gewünschten Lebens. Für ihn beginnt das menschliche Leben bei der Verschmelzung der Eizelle mit dem Samen und ab dem Zeitpunkt auch der Schutz des menschlichen Lebens. „Mich schauderts bei dem Gedanken, dass irgendwelche Menschen oder Kommissionen Krankheitslisten aufstellen und dadurch über Leben und Tod entscheiden,“ so Günter Krings.

„Ein PID-Verbot steht im Widerspruch zur Praxis von Abtreibungen bei Behinderungen – auch wenn diese per jure ausgeschlossen sind,“ entgegnete Dr. Waibel. Entscheidend sei die Position der Frau bzw. der Eltern. Sie müssten die Entscheidung für sich treffen. Dr. Waibel wies auch auf die bundesweit verschwindet geringe Fallzahl hin.

Aus Verantwortung gegenüber den betroffenen Eltern sprach sich Raphael Tigges für eine Zulassung der PID unter strengen Bedingungen aus. Die Angst vor erblich bedingten Krankheiten sei bei diesem Personenkreis weit verbreitet. Aus Sicht von Tigges verhindere die PID letztlich Spätabtreibungen.

Ralph Brinkhaus, der sich für ein Verbot der PID ausspricht, bedankte sich für die engagierte und sachliche Diskussion: „Mir ist wichtig, dass wir die Diskussion in die Partei tragen und um die beste Lösung ringen.“ 

Mittlerweile sind parteiübergreifend drei Gesetzesentwürfe mit unterschiedlicher Stoßrichtung in den Bundestag eingebracht worden. Die Entscheidung fällt voraussichtlich am 7. Juli.

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