Nordwestdeutsche Philharmonie: Langfristig tragfähiges Konzept muss her

Stellungnahme der CDU-Kreistagsfraktion

Für die CDU-Kreistagsfraktion Gütersloh ist das Thema „Nordwest­deutsche Philharmonie“ noch nicht vom Tisch. In den Medien war berichtet worden, die regionale Solidaritätsgemeinschaft aus den sechs ostwestfälischen Kreisen sowie der Stadt Bielefeld und elf weiteren Kommunen sei sich einig, ab dem Jahr 2013 den 6,3-Millionen-Euro-Etat für das in Herford ansässige Orchester aufzubringen. Die Beratungen in den politischen Gremien stehen allerdings noch aus.

„Die CDU-Fraktion im Kreis Gütersloh hat hier durchaus noch Bedarf an Überlegun­gen und Verhandlungen“, sagt deren Vorsitzender, Dr. Heinrich Josef Sökeland. „Gar nicht zufrieden sind wir zum Beispiel mit dem Namen des Orchesters, der in keinster Weise die Region Ostwestfalen-Lippe repräsentiert. Ein Name wie zum Beispiel „Philharmonie OWL“ wäre für das Orchester viel passender. Auch die gene­relle Struktur des Orchesters mit quasi verbeamteten Musikern erscheint uns nicht mehr zeitgemäß.“ Die Zukunft in diesem Bereich liege vielmehr in der Projekt­förderung. Schließlich liege bislang nur ein Konzept bis einschließlich 2015 vor. Sökeland: „Bevor wir eine Entscheidung über die Beteiligung des Kreises an der Philharmonie treffen, muss ein langfristiges, auch über 2015 hinaus tragfähiges Konzept vorliegen. Die CDU-Kreistagsfraktion sieht daher die Notwendigkeit, über diese Fragen mit dem Trägerverein des Orchesters weiter zu verhandeln.
 
Hinzu kommt, dass der im neuen Finanzierungskonzept geplante Anteil für den Kreis Gütersloh mit 60.000 Euro weit über dem Beitrag von 10.000 Euro liegt, von dem sich der Kreis erst im Jahr 2011 aufgrund des bestehenden Sparzwanges verabschiedet hat. Man hatte sich damals darauf verständigt, dass Ausgaben zum Beispiel für die musische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, etwa durch die Förderung der Kreismusikschule, absolute Priorität haben. Von diesem Grundsatz wolle man jetzt auch nicht abweichen. Darüber hinaus belaste die Mehrausgabe in erster Linie die Städte und Gemeinden im Kreis, die für die Kreisumlage aufkommen. „Mit Blick auf die Haushaltslage müssen wir abwägen, ob angesichts anderer Verpflichtungen eine weitere Belastung der Kommunen zur Finanzierung der Nordwestdeutschen Philharmonie möglich ist“, so Sökeland. Die CDU-Kreistagsfraktion macht auch klar, dass es für sie eine weitere Grundvoraussetzung für die Zustimmung zur Beteiligung gibt: die Bereitschaft aller anderen Kreise und Kommunen, ebenfalls ihren Beitrag im Rahmen eines neuen Finanzierungskonzeptes zu leisten.

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