Viele Haushalte im Kreis Gütersloh haben kein schnelles Internet

„Im Kreis Gütersloh verfügen von insgesamt 154.400 Haushalten nur rund 83.000 über die Möglichkeit des schnellen Internets von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Das sind 53,8 Prozent der Bevölkerung“, sagt die heimische Landtagsabgeordnete Ursula Doppmeier. Die aktuellen Zahlen offenbaren, dass es in den einzelnen Gemeinden zum Teil noch schlechter aussieht.

 „In den Gemeinden Halle, Langenberg, Steinhagen und Werther haben lediglich ein Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner einen schnellen Internetzugang mit einer Übertragungsrate von 50 Mbit/s oder schneller. In Herzebrock-Clarholz sind es gerade einmal zwei Prozent. Im Vergleich dazu haben beispielsweise 91 Prozent der Haushalte in den Städten Aachen und Düsseldorf eine derartige Breitbandversorgung. Hier muss die Landesregierung schnellstmöglich für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen“, sagt Doppmeier.

Die Landtagsabgeordnete sieht in dem ungleichen Ausbau des Glasfasernetzwerkes eine Minderung der Lebensqualität und einen Wettbewerbsnachteil für die betroffenen Regionen. „Schnelles Internet ist mittlerweile als Grundversorgung einzustufen und genauso wichtig wie Gas, Wasser oder Strom. Zudem ist es unverzichtbare Voraussetzung für Unternehmen, und wird vor Ort immer wichtiger im Standortwettbewerb um junge Familien und kluge Köpfe“, so Doppmeier.

Aus diesem Grund plädiert die Landtagsabgeordnete für eine landesweite Ausbau-Offensive.  „Während Bayern bis zum Jahr 2017 rund 2 Milliarden Euro in den Ausbau der Breitbandinfrastruktur stecken will, investiert Nordrhein-Westfalen gerade einmal 9 Millionen Euro jährlich. Hier muss die Landesregierung endlich handeln und nicht immer nach Förderprogrammen und Mittel des Bundes rufen oder die Kommunen belasten. Schließlich ist sie es, die im Koalitionsvertrag versprochen hat, dass flächendeckend bis 2018 50 MBit/s verfügbar sind“, so Doppmeier.

Die CDU-Landtagfraktion fordert deshalb von der Landesregierung, zukünftig auch Mittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)“ für den flächendeckenden Breitbandausbau zur Verfügung zu nutzen. Bis 2020 stehen Nordrhein-Westfalen hier inklusive Co-Finanzierungsmitteln 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Doppmeier: „Mindestens 10 Prozent der EFRE-Mittel sollten für den flächendeckenden Breitbandausbau verwendet werden. Dann hätte NRW ein finanzielles Korsett, mit dem man Leitungen für das schnelle Internet schnüren könnte. Dies lehnt die Landesregierung aber bislang ab. Angeblich sei eine solche Förderung rechtlich nicht möglich, was nachweislich falsch ist. Hier steht die Landesregierung offenbar auf der Leitung.“

Inhaltsverzeichnis
Nach oben