Kreis Gütersloh ist "jung, gemixt, gemarktet"

Beleuchteten die Arbeitswelt und Wirtschaftslage im Kreis Gütersloh im Jahr 2020 (v.l.): Dr. Reinhard Göhner MdB, Klaus Brandner MdB, Hubert Deittert MdB, Kreisvorsitzender Ludger Kaup und Dr. Michael Brinkmeier MdL.
Beleuchteten die Arbeitswelt und Wirtschaftslage im Kreis Gütersloh im Jahr 2020 (v.l.): Dr. Reinhard Göhner MdB, Klaus Brandner MdB, Hubert Deittert MdB, Kreisvorsitzender Ludger Kaup und Dr. Michael Brinkmeier MdL.
Wie die Arbeitswelt im Jahr 2020 im Kreis Gütersloh aussehen könnte, darüber hat sich der CDU-Kreisvorstand jetzt im Rahmen seines Projektes 2020 von zwei Experten informieren lassen. Die Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion sowie Geschäftsführer und erster Bevollmächtigter der IG Metall, und Dr. Reinhard Göhner, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, berichteten über die Chancen und Risiken, die mit der Globalisierung verbunden sind.

Brandner sieht die hauptsächlichen Auswirkungen in der Notwendigkeit einer höheren Flexibilität der Arbeitnehmer, neuer Formen der Arbeitsvertragsgestaltung, aber auch im Mangel an Fachkräften. "Der entscheidende Faktor für Beschäftigung ist Wirtschaftswachstum", so Brandner. "Der wichtigste Faktor für Wachstum wiederum ist die Investition in Schule und Bildung. Im Grunde ist bei uns auch die Weiterbildung im Beruf nicht ausreichend." Brandner sieht gerade in Ländern, die in der Vergangenheit stärker in Bildung investiert haben heute die geringeren Arbeitslosenquoten. Den Kreis Gütersloh betrachtet der Bundestagsabgeordnete als eine starke Wachstumsregion, dem vor allem seine vielfältige Wirtschaftsstruktur zu Gute kommt. Ein Indikator für die Leistungsfähigkeit des Kreises ist laut Brandner die Anzahl der Patentanmeldungen. Die liegen im Kreis Gütersloh mit 78 pro 100.000 Einwohner und Jahr über dem Durchschnitt von Land (50) und Bund (63).

Göhner teilte die Einschätzung, dass der Kreis Gütersloh über beträchtliche Standortvorteile verfügt und charakterisierte den Kreis als "jung, gemixt, gemarktet". Damit sprach Göhner den positiven Branchenmix und die Vielfalt von guten Markennamen an, durch die sich die Wirtschaft im Kreis auszeichnet. "48 Prozent Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe müssen kein Nachteil sein, wenn sie wie im Kreis Gütersloh in Spitzenunternehmen und in dienstleistungsnahen Bereichen angesiedelt sind", so Göhner. Dass der Kreis Gütersloh durch Bevölkerungszuwachs auch in den nächsten Jahren ein junger Kreis bleiben wird, sei allerdings nur dann ein Vorteil, wenn die jungen Menschen gut ausgebildet werden. Die Globalisierung zwinge dazu, die Belastung des Faktors Arbeit durch Lohnzusatzkosten zu verringern, sonst würden sich auch die heimischen Unternehmen hinsichtlich Produktion und Standort zunehmend international orientieren.

Als Fazit stellte Göhner vor den CDU-Politikern fünf Thesen für die Entwicklung der Arbeitswelt bis zum Jahr 2020 auf: Die Diskrepanz zwischen Qualifizierten und Nicht-Qualifizierten Arbeitskräften wird größer werden. Die Anforderungen an die Qualifizierten werden zunehmen. Die Arbeitnehmer werden mehr und länger arbeiten. Es wird größere Lohnunterschiede und eine Verlagerung von Tarifpartnerschaften hin zu Betriebspartnerschaften geben.

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