Flächenstilllegung abschaffen

Die Verpflichtung zur Flächenstilllegung in der Landwirtschaft muss nach Ansicht der CDU-Kreistagsfraktion Gütersloh aufgehoben werden. Die Fraktion begrüßt einen entsprechenden Brief des CDU-Europaabgeordneten Markus Pieper aus Münster an die EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel. Darin fordert Pieper, dass die Stilllegungsverpflichtung abgeschafft wird.

"Die EU kann damit einen echten Beitrag zum Bürokratieabbau im Agrarwesen leisten", sagt Arnold Weßling, CDU-Sprecher im Umweltausschuss des Kreises und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh. "Bisher schreibt das EU-Recht Landwirten vor, einen Teil ihrer Ackerflächen brach liegen zu lassen. Für diese Flächen vergibt die EU Zahlungsansprüche. Damit soll die Überproduktion in der Landwirtschaft verhindert werden. Durch die Reform der Agrarpolitik, nach der ab dem Jahr 2010 für alle landwirtschaftlichen Flächen schrittweise eine einheitliche Prämie gezahlt wird, macht die Pflicht zur Flächenstilllegung keinen Sinn. Außerdem würde der wegfallende Bürokratieaufwand für Aufzeichnungspflichten sowie Antrags- und Kontrollformulare die Landwirte und die Behörden gleichermaßen entlasten."

Ein weiterer Grund, der laut Weßling für den Wegfall der Flächenstilllegung spricht, ist der stetig steigende Anbau nachwachsender Rohstoffe. "Durch die wachsende Nachfrage nach Flächen für Energiepflanzen droht keine Überproduktion von Nahrungsmitteln mehr", so Weßling. "Es ist sinnvoller, die Flächen für die Gewinnung von Energie, Rohstoffen oder chemischen Produkten zu nutzen, als sie brach liegen zu lassen, obwohl für nachwachsende Rohstoffe ein hoher Bedarf besteht. Mit der neuen Agrarordnung und den alternativen Nutzungsmöglichkeiten ist der Weg frei für die Abschaffung der Stilllegungspflichten."

Inhaltsverzeichnis
Nach oben